Mansarddach

Das Mansarddach, manchmal auch Mansardendach genannt, ist nach den französischen Architekten Mansart benannt. Diese machten die eigenwillige Konstruktion mit den gebrochenen Dachflächen insbesondere in Paris populär.

Eigentlich ist ein Mansarddach eine Konstruktion, die aus zwei Dächern mit unterschiedlicher Schräge besteht. Der von der obersten Geschoßdecke verlaufende Dachteil verfügt über eine sehr steile Dachneigung. Nach oben schließt sich dann ein relativ flaches Dach an.

Typische Gefälle für den unteren, steilen Teil des Daches sind 65-75 Prozent. Der obere, flachere Teil des Daches hat in der Regel ein 30 Prozent Gefälle.

Nebst der schönen Optik dieses Daches, vergrößert die Konstruktion den Innenraum und schafft damit ein deutlich größeres Raumvolumen als andere Dachformen. Der Vorteil des großen Dachraums führt jedoch zu einer konstruktive Herausforderung, da am Übergang der beiden unterschiedlich steilen Dachteilen die Dachfläche gebrochen wird. Deshalb ist auf eine aufwändige Konstruktion des Sparrenfußes zu achten.

Kosten:

  • Anschaffungskosten: hoch
  • Instandhaltungskosten: mittel

Vorteile:

  • Dachboden mit viel Wohnraum
  • Ansprechende Optik von außen und innen
  • Ideal wenn Bebauungsplan Höhe zur Dachkante als Limit festlegt
  • Gut geeignet bei hoher Schneelast
  • Je nach Gemeinde und gültigem Bebauungsplan kann das Mansarddach eine gute Option sein, seinen Wohnraum zu vergrößern. Denn oft wird im Bebauungsplan die maximale Höhe von Gebäuden mit der Traufhöhe angegeben. Die Traufhöhe beschreibt die Höhe des Gebäudes der Vollgeschosse. Mit einem Mansarddach kann man sich in diesen Fällen zusätzlichen Wohnraum sichern, ohne dass dabei die Vorgaben zur maximalen Bauhöhe überschritten werden.

Nachteile:

  • Aufwändige Dachkonstruktion: Ein Mansarddach benötigt konstruktionsbedingt mehr Material und ist zeitaufwendiger im Aufbau.
  • Schwachpunkt am Knick hinsichtlich der Abdichtung – hier muss besonders aufmerksam und sorgfältig gearbeitet werden damit das Dach dauerhaft dicht bleibt.
  • Dämmung kostenintensiv
  • Beleuchtung des Wohnraums eigentlich nur über Giebel und Gauben möglich. Dachfenster, die eine deutlich bessere Lichtausbeute haben sind oft keine Option.
  • Solar- & Photovoltaikanlagen sind weniger rentabel, weil der Wirkungsgrad negativ beeinflusst wird. Der flache Teil des Daches ist zu flach, der steile Teil der Daches zu steil um das Sonnenlicht optimal auszunutzen.
Mansardgiebeldach
Mansardwalmdach

Verbreitet hat sich das Mansarddach initial in Frankreich, im speziellen in Paris. Nebst der schönen Optik war ein wesentlicher Treiber für diese Dachform der damit verbundene steuerliche Vorteil. Die Grundsteuer wurde in Paris auf Basis der Fläche der Vollgeschosse ermittelt. Das Mansarddach bietet gegenüber einem normalen Satteldach deutlich mehr Volumen und kann sogar mehrere Geschosse aufnehmen, wird aber nicht bei der Berechnung der Grundsteuer berücksichtigt.

Höhere Kosten

Die Konstruktion eines Mansarddaches ist deutlich aufwendiger als beispielsweise die eines Satteldaches. Es wird auch vergleichsweise mehr Material benötigt und somit fallen mehr Arbeitsstunden an. Als Fausformel kann man davon ausgehen, dass ein Mansarddach ca. doppelt so teuer als ein Satteldach ist.

Belichtung / Einbau von Fenstern

Häufig müssen zur Belichtung eines Mansarddaches Gauben eingebaut werden – insbesondere im unterem, steileren Teil des Daches. Der Einbau von Dachfenstern ist oft nicht möglich, weil die Dachneigung im unteren Teil oft 55 bzw. 65 Grad übersteigt. Dies ist für heute am Markt verfügbare Dachfenster zu steil und normale Vertikalfenster sind ebenfalls nicht möglich. Daher bleibt oft nur die Möglichkeit mit Gauben Tageslicht in den Dachraum zu bringen.

Ein Beispiel eines luxuriösen Mansarddach in Hamburg Eppendorf.
Ein Beispiel eines luxuriösen Mansarddach in Hamburg Eppendorf.


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